Die Sofa Stiftung bietet Dienstleitungen in der Familienpflege (DAF) an und arbeitet mit verschiedenen Kantonen (aktuell AG, SG, SH, ZH) bei der Unterbringung von Kindern zusammen. Sie verfügt über einen eigenen Pflegefamilienpool in der gesamten Deutschschweiz und kann auf jahrelange Erfahrung in der Begleitung von Pflegekindern, auch von verwandtschaftlichen Pflegefamilien aufbauen.
Steht eine ausserfamiliäre Unterbringung eines Kindes im Raum, ist im Hinblick auf die psychosoziale Entwicklung des Kindes der Aufrechterhaltung von tragfähigen sozialen Beziehungen grosse Bedeutung beizumessen. Sie wirken auf die Identitätsentwicklung und die psychosozialen Belastungen stabilisierend.
Wichtige Beziehungen können zu nichtverwandten Personen (z.B. Freunde, Schule, Nachbarn, Hobbies) im sozialen Umfeld und/oder zu Verwandten (z.B. Cousin*nen, Tante/Onkel, Grosseltern) bestehen. Während erstere im sozialen Umfeld bzw. in der Lebenswelt des Pflegekindes (Nachbarschaft, Wohnort, Schule) angesiedelt sind, können Verwandte innerhalb oder ausserhalb der Lebenswelt des Kindes wohnen. Das Projekt fokussiert deshalb auf folgende Pflegefamilientypen:
A: Verwandtschaftliche Pflegefamilie aus dem sozialen Umfeld des Kindes
B: Verwandtschaftliche Pflegefamilien ausserhalb der Lebenswelt des Kindes
C: Nicht verwandte Pflegefamilie aus dem sozialen Umfeld des Kindes
Das künftige Angebot beinhaltet eine systematische Abklärung durch ein spezialisiertes Team. Unter Einbezug des Kindes und dessen Bezugspersonen werden die Möglichkeiten einer Unterbringung in einer der oben genannten Pflegefamilienformen ausgelotet. Kommt es aufgrund der Abklärung zu einem Pflegeverhältnis, so wird dieses fachlich begleitet.
Die Sofa Stiftung wird während des gesamten Projekts von der ZHAW, Institut für Kindheit, Jugend und Familie begleitet. Folgende Projektphasen sind vorgesehen:
In Phase 1 wird das Abklärungsangebot entwickelt, ein Abklärungsteam spezialisiert und die Begleitung der neuen Pflegeverhältnisse erarbeitet.
In Phase 2 wird dieses Angebot in einer Pilotphase getestet.
In Phase 3 werden Prozesse und Instrumente der Abklärung und Begleitung evaluiert und anhand der Erkenntnisse optimiert. In Phase 4 wird das Angebot verbreitet, indem in den Austauschsitzungen des Fachverbands DAF über den laufenden Projektstand informiert, es an der Fachtagung des Fachverbands DAF sowie den kantonalen Stellen der Romandie vorgestellt und eine Weiterbildung für Fachpersonen angeboten wird.