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Nach dem Transfer

41 % der Asylgesuche in der Schweiz stammten 2024 von Minderjährigen, davon 77 % begleitete Kinder. Die Studie Warten auf Transfer (Bombach 2023) untersuchte den Alltag von Kindern und ihren Familien in kollektiver Asylunterbringung. Zentrale Erkenntnis: Wiederholte angeordnete Platzierungswechsel (Transfers) im Asylverfahren können wegen Verlusten von Freundschaften, vertrauten Orten und schulischer Stabilität für Kinder Brüche im Lebensverlauf bedeuten. Die Folgestudie Nach dem Transfer erforscht, wie sich diese Erfahrungen 7 Jahre später auf Leben, Befinden und Entwicklung der Kinder/Jugendlichen auswirken.

Die Studie kombiniert qualitative und quantitative Methoden und bezieht sich auf die Schweizer Integrationsagenda. Sie fragt, wie Transfers Bildungswege, Integration und Wohlbefinden beeinflussen und ob Integrationsziele trotz Transfers erreichbar bleiben.

Besonders in die Studie einbezogen werden Experts by Experience (Jacobson 2021), die selbst mehrfach Transfers erlebt haben. Sie gestalten die Studie aktiv mit und reflektieren die Ergebnisse.

Geplant ist u.a. ein Praxisleitfaden für kindgerechte Transfers und damit eine bedarfsgerechte Unterbringung und Betreuung geflüchteter Kinder in der Schweiz.

Projektstart Sommer 2026