In der Schweiz sind an die 500 Kinder und Jugendliche von einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED) betroffen. Obwohl schwer krank mit invalidisierenden Bauchschmerzen, Durchfällen und blutigen Stühlen sieht man vielen ihre Erkrankung nicht an und unterschätzt ihren Leidensweg. Die CED ist nicht heilbar und bedarf einer meist lebenslangen medikamentösen Therapie mit der Gefahr von Nebenwirkungen und dem Verlust der Wirksamkeit. Ein wichtiger Faktor bei der CED ist ein gestörtes intestinales Mikrobiom. Wegen der Komplexität der Mikrobiomarchitektur und der bakteriellen Stoffwechselwege und -interaktionen ist unser bisheriges Wissen noch sehr begrenzt. Das kindliche Mikrobiom ist noch nicht vollständig ausgereift und eine Intervention mittels Probiotika («gesunde» Bakterien) daher vielversprechend. In unserer Studie wollen wir untersuchen, inwieweit entsprechend ihres Stoffwechsels genau definierten Probiotika, das gestörte intestinale Mikrobiom bei CED normalisieren können und welche nachfolgenden Stoffwechselwege beeinflusst werden. Die Auswirkung dieser Probiotika auf die Krankheitsaktivität wird ebenso erfasst werden. Die gewonnenen Ergebnisse dieser Studie dienen dazu, eine solide Grundlage zu schaffen, um in Folgestudien die Probiotikagabe weiter zu verfeinern. Das langfristige Ziel ist es, ein personalisiertes Probiotika für die einzelnen Betroffenen zu entwickeln, das die Notwendigkeit medikamentöser Therapien minimieren oder sogar ganz ersetzen könnte.