Digitale Medien prägen Jugendalltage und beeinflussen ihre psychosoziale Gesundheit. Jugendliche bewegen sich heute selbstverständlich in digitalen Umgebungen – Vernetzung, Unterhaltung, Informationssuche und Selbstdarstellung finden überwiegend online statt, mit Chancen (z. B. Zugehörigkeit, neues Wissen) und Risiken (z. B. Stress, Ablenkung). Während öffentliche Debatten meist Risiken betonen, fehlt es an fundierten Befunden, wie sich unterschiedliche digitale Praktiken negativ oder positiv auf das Wohlbefinden auswirken, was entsprechende individuelle «Nettoeffekte» sind, und welche Faktoren dabei besonders relevant sind.
Das Projekt untersucht daher, wie, wann und in welchen Kontexten spezifische digitale Praktiken das subjektive Wohlbefinden (positive mentale Gesundheit; nicht gleichbedeutend mit Abwesenheit psychischer Krankheit) beeinflussen. Ein longitudinales Mobile-Diary-Design erfasst zeitnah und lebensnah («in situ») Praktiken, Motive, Emotionen und Normen (z.B. sozialer Druck). Durch Messwiederholung über Zeit und Kontext (2×2 Wochen) werden Muster und Unterschiede sichtbar, die die Zusammenhänge zwischen digitalem Verhalten und Wohlbefinden aufzeigen. Für das Messinstrumentdesign und die Transferarbeit wird ein Jugendbeirat einbezogen. Die Ergebnisse vertiefen das Verständnis darüber, welche digitalen Praktiken wie auf das Wohlbefinden Jugendlicher wirken, und liefern Ansatzpunkte für Risikoprävention und speziell die Förderung positiver Effekte.